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Einkehrschwung mit Bildung

Der neue Naturpark Infopoint in der Hohe Mut Alm

Die atemberaubende Gletscherwelt des hinteren Ötztals bekommt endlich den Rahmen, den sie verdient – im wahrsten Sinne des Wortes. Am 24. November wurde der bereits fünfte Naturpark Infopoint in der Hohe Mut Alm auf 2.670 Metern feierlich eröffnet und eingeweiht. Ich war bei der Eröffnungsfeier mit dabei und konnte die 10 multimedialen Erlebnisstationen ausprobieren. Drei Highlights der Ausstellung möchte ich euch in diesem Beitrag näher vorstellen. Wobei: Mein ganz persönlicher Hit war gar keine Erlebnisstation, sondern der „gerahmte“ Ausblick auf die Gletscher des Rotmoos- und Gaisbergtales. Alleine deshalb lohnt sich ein Einkehrschwung im neuen Infopoint!

Fensterfront mit Blick auf Bergwelt - Naturpark Ötztal Infopoint Hohe Mut Alm
„Room with a view“: Die verschneiten Berghänge wirken zum Greifen nah
© Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus

Im Fokus: Gletscher, Klima & hochalpine Forschung

Der 135 m² große Ausstellungsraum im Untergeschoss der Hohe Mut Alm in Obergurgl empfängt mich mit einem faszinierenden Ausblick auf die südseitig gelegenen, vergletscherten Talschlüsse des Rotmoos- und Gaisbergtales. Wow! Ich halte kurz inne, um den Moment auf mich wirken zu lassen. Fast scheint es so, als sitze man in einem Kinosaal und blicke auf eine überdimensionale Leinwand. Oder auf ein Gemälde.

Die großzügig gestaltete Fensterfront bietet den idealen Rahmen, um die Gletscherwelt des hinteren Ötztals perfekt in Szene zu setzen. Ich kann meine Augen kaum von den verschneiten Berggipfeln lassen, die zum Greifen nah scheinen. Und doch muss ich es. Schließlich gibt es im neuen Infopoint noch viel mehr zu entdecken.

Im Fokus der Ausstellung stehen die drei Themenschwerpunkte Gletscher, Klima und hochalpine Forschung. Das ist deshalb stimmig, weil direkt hinter der Hohe Mut Alm eines der Schutzgebiete beginnt, wie mir Thomas Schmarda, Geschäftsführer des Naturparks Ötztal, im Rahmen der Eröffnung erzählte.

Das passt aber auch deshalb, weil die hochalpine Forschung in Obergurgl eine lange Tradition hat. Seit mehr als 50 Jahren erforscht und beobachtet die Alpine Forschungsstelle Obergurgl (eine Außenstelle der Universität Innsbruck) das Ökosystem der Gletscher im hinteren Ötztal. Das Rotmoostal bietet sich ideal an, um Gletscherbewegungen bzw. Gletscherrückgänge zu beobachten und zu erforschen. Und so nimmt der Klimawandel, der auch an den Obergurgler Gletschern nicht spurlos vorbeigeht, eine gewichtige Rolle im Ausstellungsraum ein – und schafft Bewusstsein für diese Thematik.

An 10 Erlebnisstationen werden diese Themenschwerpunkte – mal spielerisch, mal multimedial – vermittelt und man erfährt so mehr über das Leben im und am Gletscher, über die hochalpine Tier- und Pflanzenwelt, über die Obergurgler Steine oder die Geschichte der hochalpinen Forschung. Alle 10 Erlebnisstationen im Detail zu beschreiben würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, deshalb präsentiere ich euch an dieser Stelle meine drei persönlichen Highlights.

Gletschereis zum Anfassen

Gletschereis - Naturpark Ötztal Infopoint Hohe Mut Alm
Das Gletschereis glitzert im abgedunkelten Raum noch magischer.
© Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus

Was verbirgt sich hinter dem schwarzen Vorhang? Diese Frage hat sich wohl der eine oder andere Besucher bei der Eröffnung des Infopoints gestellt. Auch ich konnte meine Neugierde nicht lange bändigen – und wurde „eiskalt“ erwischt. Denn zu sehen und zu fühlen gibt es hier Gletschereis, das im abgedunkelten Bereich nochmals magischer glitzert.

Multimedialer Touchscreen

Das Herzstück der Ausstellung: Ein 150 x 90 cm großer, multimedialer und berührungsempfindlicher Bildschirm, der in einem Tisch eingelassen ist. Hier erfahren Besucher auf spielerische Art und Weise (auch gemeinsam) mehr über die Fauna und Flora der Ötztaler Gletscherwelt. So macht Wissenschaft richtig Spaß!

3.500 Jahre altes Steinbockhorn

Steinbockhorn - Naturpark Ötztal Infopoint Hohe Mut Alm
Eines der Highlights im neuen Naturpark Infopoint in der Hohe Mut Alm: Ein 3.500 Jahre altes Steinbockhorn
© Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus

Erstmalig wird der Öffentlichkeit in Österreich ein ganz besonderes Exponat präsentiert: Im Jahr 2011 fand ein Südtiroler Tierarzt am Rotmoosjoch (in unmittelbarer Sichtweite zum Infopoint) ein mehr als 3.500 Jahre altes Steinbockhorn, welches ab sofort bestaunt werden kann.

Prominenter Besuch bei Eröffnungsfeier

Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft waren bei der Eröffnungsfeier mit dabei. Darunter auch die stellvertretende Landeshauptfrau von Tirol, Ingrid Felipe, die sich vom neuen Naturpark Infopoint begeistert zeigte.

Und in ihrer Ansprache auch auf die Wichtigkeit solcher Einrichtungen verwies: „Es gibt die Philosophie im Naturschutz, dass man die Natur nicht wahnsinnig inszenieren muss. Die ist sich selber genug. Ich glaube es ist schon notwendig, dass man Gästen wie Einheimischen vermittelt, was sie hier sehen und entdecken können, was wir gemeinsam schützen und gemeinsam achtsam bewirtschaften wollen, sodass die Schönheit erhalten bleibt, auch für die kommenden Generationen.“

Prominenz bei Eröffnung - Naturpark Ötztal Infopoint Hohe Mut Alm
Zeigten sich von der Ausstellung begeistert: Ingrid Felipe, Ernst Schöpf, Werner Hanselitsch und Lukas Scheiber (v.l.n.r) © Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus

Für die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier sorgte der „Männergesangsverein Gurgl“, bevor die Ausstellung von Pfarrprovisor Benedikt Vuong Ba Vu feierlich gesegnet wurde. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Einkehrschwung mit Bildung im Naturpark Infopoint in der Hohe Mut Alm.

(Titelbild: © Benedikt Steiner / Ötztal Tourismus)

Info

  • Eintritt: kostenlos
  • Geöffnet: Öffnungszeiten der Hohe Mut Alm, täglich von 09:00 bis 16:00 Uhr
  • Mehr über die weiteren Naturpark Infopoints und das geplante Naturparkhaus in Längenfeld erfährst du HIER
  • Alle Infos zum Naturpark Ötztal bekommst du HIER auf der offiziellen Website
  • Der Naturpark Ötztal wird von den Ötztaler Gemeinden, Ötztal Tourismus sowie Bund, Land Tirol und der Europäischen Union unterstützt

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Benni

Autor Benni

Sobald Bewegung im Spiel ist, wird Benni hellhörig! Als begeisterter Snowboarder, Biker, Kletterer & Wanderer gibt es für ihn keinen besseren Outdoor-Spielplatz als das Ötztal. Still sitzen können andere besser, deshalb ist Benni viel auf den Trails und unverspurten Hängen des Tals unterwegs.

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