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Zwischen Trailrunning und Kraxe tragen – ein Familien-Sport-Wochenende in Gurgl

Erinnern kann ich mich nicht mehr daran, aber meine Mutter hat mir erzählt wir wären bereits in Gurgl vor langer Zeit im Urlaub gewesen. Meine Tochter ist nun fast zwei Jahre alt, wird sich aktiv nicht daran erinnern und hatte doch auch ein Wochenende voller Erlebnisse.

Mit der Anmeldung zum Gletscher Trailrun entschieden wir uns auch zu dritt in die Gurgler Bergwelt zu fahren. Abkühlung in den hitzigen Sommertagen tut allen gut und auf 1.900m Höhe wird es definitiv keine 35 Grad haben. Also ging es freitags durch das Inntal und Ötztal hoch bis ans Ende des Ötztals nach Gurgl.

Blick auf Obergurgl - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk

Bei angenehmen 24 Grad checkten wir im Hotel ein. Der Blick auf die Berge, wie lange habe ich darauf gewartet. Berge tun einfach gut. Da der Wetter-Forecast mit fortschreitendem Wochenende zu schlechterem Wetter neigte, wollten wir das gute Wetter nutzen und gingen nach dem Einzug direkt meine Startnummer holen um dann noch den Zirbenwald zu erkunden. Meine Erinnerung ließ mich dabei leider im Stich und bald stellten wir fest, dass es auch mit geländegängigen Buggy sehr mühsam voran ging. Also setzten wir uns mit Blick auf das ferne Ramolhaus hoch über der Gurgler Ache auf eine der zahlreichen Bänke und genossen den Ausblick in der Sonne. Heidi gefiel es auch, gab es doch so viel Neues zu entdecken. Zirben sehen einfach anders aus als die Bäume zu Hause und insgesamt wirkt der Wald wie ein verzauberter Märchenwald.

So verging die Zeit und am Abend kochten wir in der Küche der Ferienwohnung um dann früh schlafen zu gehen. Die angenehme Kühle ließ uns endlich wieder durchatmen und fest schlafen.

Der Samstag begann für mich sehr früh. Während meine Damen noch lange schlafen und gemütlich frühstücken konnten, stolperte ich um sechs Uhr bereits mit Rucksack und Kamera aus der Tür. Der Start des 42km Rennens war um sieben Uhr und ich wollte die Chance nutzen, um auf der Seenplatte oberhalb von Obergurgl Bilder zu machen. In 1,5h ging es steile 700 Höhenmeter auf einem kleinen Wanderweg auf 2.600m zum Soomsee. “Seenplatte” wird das genannt, da es mehrere kleine Seen hat. Die Sonne stieg dabei immer weiter hinter den noch mit Schnee bedeckten hohen Bergen auf und strahlte mir die Wärme ins Gesicht. Der Wind kühlte mich jedoch ab, so dass es trotz der Anstrengung angenehm war.

Das Panorama mit Blick über das Ötztal bis zur Kante nach Südtirol mit den vielen Gletscher war gewaltig. Ich hatte noch Zeit bis die Läufer kamen und setzte mich hin um es zu genießen. Rings um mich Schafe, Murmeltiere und von unten läuteten die Glocken der Kühe. Fast schon zu kitschig schön, um wahr zu sein.

Bergwiese - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk

Als dann die ersten LäuferInnen kamen, machte ich meine Bilder und lief auf der Strecke entlang mit bis zur Küppelehütte. Ein wundervoller Wanderweg durch Schafherden mit Blick auf die Bergwelt und steil hinab ins Tal. Mit vielen Fotos im Gepäck ging es durch die Wiesen, vorbei an blühenden Alpenrosen, zurück zur Ferienwohnung.

Grundsätzlich ist diese Runde (ca. 14km und 800 Höhenmeter) einfach, bis auf die konditionell herausfordernden Höhenmeter, und hat nur wenige leicht ausgesetzte Stellen. Sie eignet sich hervorragend für eine Panoramawanderung.

Für mich ging es anschließend ins Bett. Es war bereits elf Uhr und nur noch drei Stunden bis zu meinem Start beim 10 Kilometer Gletscher Trail Run. Die Hitze der vergangenen Woche hatte mein Training auf fast null sinken lassen und entsprechend hatte mich die Vormittagsrunde mitgenommen. Trotzdem stand ich zuversichtlich um 14 Uhr am Start und wir wurden pünktlich unter Anfeuerungsrufen und klatschen von den vielen Zuschauern auf die Strecke geschickt. 10 Kilometer gespickt mit 750 Höhenmetern galt es zu bewältigen. Von Obergurgl durch den Zirbenwald zur Schönwieshütte, weiter zur Hohen Mut und auf den Skipisten zurück ins Tal. Eigentlich auch eine schöne Rundwanderung, doch diesmal wurde gerannt.

Gastautor Robert unterwegs zur Hohe Mut Alm - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk
Mir setzte die Sonne und mein Vormittagsprogramm jedoch sehr zu und ich musste schon früh zwei Gänge zurück schalten. Völlig dehydriert passierte ich die erste Verpflegungsstation und konnte noch etwas Iso ergattern bevor es zum steilen und teilweise rutschigen Anstieg zur Hohen Mut ging.

Ich wollte es schaffen und der Ausblick zum Talschluss und den Gletscher entschädigte für so manchen Krampf der in meinen Körper zog.

Schafe auf Hohe Mut Alm - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk

Mit der Ötztal Card konnten meine Damen mit der Gondelbahn hochfahren und ich freute mich riesig sie zu sehen, doch nach kurzem Hallo und jammern ging es für mich steil bergab auf den Skipisten die letzten drei Kilometer bis zum Ziel. Es war ein Kampf mit dem Krampf. Alles zog und zerrte. Das Nicht-Training spürte ich überall. So war ich dann froh nach über zwei Stunden im Ziel angekommen zu sein. Dass der Sieger nur 51 Minuten benötigt hatte erzeugte nur noch Kopfschütteln. Immerhin wusste ich, dass ich, trotz schmerzhafter Jammerei, die Aussicht wahrnehmen konnte.

Der Abend bestand nur noch aus Essen, Körperpflege und sitzen. Der Tag war hart, lang und wunderschön.

Wir hätten uns am Sonntag direkt in den Stau stellen können, entschieden uns aber die Ötztal Card zu nutzen und noch eine kleine Runde zu wandern. Also fuhren wir mit der Bahn hoch zur Hohen Mut, um nochmal den Ausblick zu genießen. Auf dem großen Spielplatz mit niedrig “Klettergarten”, Sandkasten und Schaukel konnte Heidi das erste Mal auf über 2.600m schaukeln. Und während sie sich pendelnd freute, konnten wir Erwachsene die Bergwelt und -luft einatmen.

Kind auf Hohe Mut Alm - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk

Der Wind wurde stärker und die Bahn musste ihren Betrieb einstellen. Daher ließen wir es uns im Gipfelrestaurant gut gehen. Bei Kaffee und Radler geschützt draußen sitzen und die Wolken vorbei rasen sehen, der Wintergarten war ein gemütlicher Ort zum Verweilen bis die Bahn wieder fuhr.

Um noch etwas Bewegung zu bekommen und die Kleine schlafen zu lassen stiegen wir an der Mittelstation aus und gingen noch durch den Zirbenwald. Zirbe riecht einfach lecker und ein wenig konnten wir den Geruch wahrnehmen. Eine einfache und schöne Wanderung. Etwas anstrengender wenn man vom Tal zur Mittelstation geht, einfacher, wenn man von der Mittelstation der Hohen Mut Bahn Richtung Zirbenalm geht. Die Zirbenalm war dann auch unser Zielpunkt und bei Tiroler Gröstl und Kässpatzn konnten wir den Kletterern im Klettersteig zusehen und das Wochenende rekapitulieren, bevor es dann auf den Heimweg ging.

Gurgl bietet für alle etwas. Ob klettern, wandern oder Trailrunning, auch im Sommer lässt es sich dort eine schöne Zeit verbringen. Durch die Höhe auf 1.900m ist es auch im Sommer größtenteils angenehm kühl und die Luft lässt tief durchatmen – wir kommen wieder!

(Titelbild: © Robert Kampczyk)

INFO

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Gastautor Robert Kampczyk - Gletscher Trailrun Obergurgl-Hochgurgl
© Robert Kampczyk

Gastautor Robert Kampczyk

Robert liebt die Berge. Und weil er nicht dort wohnt fährt er so oft es geht hin. In seinem Podcast und Blog „VitaminBerge.de“ beschäftigt er sich mit der Bergliebe und läd interessante Bergmenschen zum Gespräch ein. Außerdem ist er UltraTrail Runner.

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... verschiedene Gastautoren berichten über ihre Erfahrungen im Ötztal.

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